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Ach, was ist es am Rhein so...
Die einzig wahre und richtige Definition für das Rheinland gibt es wahrscheinlich nicht. Ist aber auch nicht so schlimm, denn Rheinländer sehen das ja nicht so eng.

Historisch betrachtet stammt das Rheinland aus der Rheinprovinz, die das Gebiet westlich des Rheins umschreibt. Dieses Gebiet fiel nach der französischen Besetzung an Preußen. Damit hat man den lustigen Rheinländern einen großen Gefallen getan. Denn ohne die Preußen hätten sie wohl nie den Ernst des Lebens erkannt und würden heute noch frohlocken. Wurde anfangs nur das Gebiet unmittelbar am Rhein von den Preußen "Rheinland" genannt, breitete sich der Begriff später auf die komplette ehemalige Rheinprovinz aus. Dies umfasste den Landstrich vom Rhein bis zu den Grenzen Frankreichs, Luxemburgs, Belgiens und Hollands. Also das heutige Rheinland-Pfalz, das Saarland (na gut, das muss man nicht Rheinland nennen) und der westlich des Rheins liegende Teil Nordrhein-Westfalens. Einige rechtsrheinische Gebiete wie das Siebengebirge oder das Bergische Land, das übrigens nicht so heißt, weil es da schön hügelig ist, sondern der Graf von Berg es mal regierte, wurden mit einbezogen.
Heute bezeichnet man wohl hauptsächlich die Gebiete rechts und links des Mittel- und Niederrheins als Rheinland. Beginnend zwischen Karlsruhe und Mainz zieht es sich bis zu der Stelle, an der der Rhein die Landesgrenze nach Holland passiert.
Das Rheinland ist übrigens gar nicht so flach, wie man denkt. Mit Teilen des Rheinischen Schiefergebirges stehen schöne Gegenden mit ausreichend Steigung und Gefälle für ambitionierte Radfahrer zur Verfügung. Na gut, es sind nicht die Alpen, ein paar knackige Steigungen gibt's aber schon. Eifel, Bergisches Land, Siebengebirge und Hunsrück, erheben sich bis zu 750 m ü.d.M.
Wer hier bei uns Fahrrad fährt, wird schnell merken, dass er in einer Region unterwegs ist, die auch jede Menge kulturelle Highlights zu bieten hat. Zwischen Bingen und Koblenz stehen so viele Burgen und Burgruinen wie nirgends anders auf der Welt. Wer in der Eifel unterwegs ist, muss sich nicht wundern, wenn er an einem Waldweg ein 2000 Jahre altes Stück Wasserleitung aus Grauwacken und Tuffstein findet. Die Römer haben das Rheinland auch schon zu schätzen gewusst. Bonn und Köln bieten viele Galerien und Museen. Gemütlichkeit und Gastfreundschaft werden hier groß geschrieben.